Montag, 6. August 2012

Die Herrin vom See

23 Flammruul - 02 Eleasias, Im Jahr der Harfe, 1355 n.T., Selûne steht im zweiten Viertel (Tag 13 nach Neumond)

Sie bringen den Gnoll zu der Höhle, in der sie schon einmal übernachtet haben, und verhören ihn.
Sie bekommen heraus, dass die Schwarze Mutter“, offenbar eine Malar-Priesterin, für den „Herrn der Jagd“ spreche, und zwar zum „Bragr-Brach“, dem „Gezahnten Schrecken der Nacht“, anscheinend dem Häuptling. Die Hexe aus Eichenfels sei eine ihrer unzähligen Töchter gewesen. Die Gnolle werden offenbar von einer Gruppe fanatischer Malar-Anhänger angeführt, zu denen er selbst gehört, obwohl er durchblicken lässt, dass nicht alle Gnolle der Sekte angehören.
Trotz aller Drohungen ist der Gnoll nicht bereit, mehr zu sagen, als er offenkundig für ungefährlich hält.
Als er die Menschen in dem Verschlag als „Vieh“ bezeichnet, verliert Damon die Beherrschung und versetzt ihm einen Faustschlag. Boras geht aufgebracht dazwischen: sie seien schon auf dem Weg, genau so zu werden wie die Gnolle!
Die Drei geraten in heftigen Streit, sehr zum Vergnügen des Gnolls: Die Saat Malars gehe bereits unter ihnen auf! Auf eine innere Stimme hin legt Finn ihm die Hand auf den Kopf, um einen letzten Einschüchterungsversuch zu machen, worauf sich die Augen des Gnolls trüben: er ist erblindet! Boras wirkt empört einen Furchtzauber auf sie, ohne zu merken, wie erschüttert sie ist. Sie flieht aus der Höhle. Damon wirft Boras vor, sich gegen seine eigenen Gefährten zu wenden.
Als sie Finn schließlich wieder treffen, vertraut sie ihnen an, was mit dem Bane-Priester geschehen ist, nachdem sie ihn erstach: wie er einige unverständliche Worte sprach und schließlich sein Fleisch von den Knochen schrumpfte, ohne dass die beiden anwesenden Banditen etwas davon bemerkten! Sie ist überzeugt, dass sie von ihm verflucht wurde.
Die Freunde versöhnen sich schließlich wieder. Sie lassen den Gnoll gefesselt in der Höhle zurück, Damon bringt sie über ihm zum Einsturz – er habe seine Chance zur Kooperation gehabt und nicht angenommen...

Sie reiten weiter. Nach einigen Tagen kommen sie zu einer alten, überwucherten Straße, die noch in Gebrauch zu sein scheint, wenn auch nicht sehr häufig. Über einen Knüppeldamm gelangen sie in ein Dorf, das zum Teil auf Pfählen am Ufer eines flachen, sumpfigen Sees errichtet ist. Sie werden von den Dorfbewohnern freundlich empfangen und in dem alten, nicht mehr im Gebrauch befindlichen Gasthaus untergebracht. Auf ihre Nachfragen erfahren sie, dass das Dorf von der „Herrin vom See“ beschützt werde – diese habe ihre Anwesenheit hier gewünscht, sonst hätten sie den Weg hierher gar nicht finden können...
Nach dem Abendbrot fallen sie alle in einen tiefen Schlaf. Unvermittelt finden sie sich mitten in der Nacht am Ufer des Sees wieder. Vor ihnen gleitet aus dem über dem See liegenden Nebel eine Barke, die jedoch von niemandem gesteuert wird. Sie werden zu einer im Mondlicht liegenden Insel gebracht. Inmitten eines prächtigen, wild wachsenden Garten befindet sich ein Teich, wo auf einem Felsen eine wunderschöne junge Frau mit langem, fließendem Haar sitzt, die sie freundlich begrüßt. Als die Nymphe sich danach erkundigt, was sie hierher geführt hat, bietet Damon ihr an, seine Gedanken zu lesen. Aya Vandra, die Nymphe, nimmt ihn in die Arme und küsst ihn. Damons Geist wird von Bildern überflutet: Er sieht Schwärze über die Welt schwappen, die Sterne erlöschen, ein roter Stern mit einem Kometenschweif rast auf die Erde zu. In den Städten herrscht Mord und Totschlag. Er sieht einen schwarz gekleideten, riesenhaften Mann mit einer Sense durch die Straßen streifen, bis er hinterrücks von einem schwarzen Schwert durchbohrt wird. Die Sonne geht nicht mehr unter, doch erhellt sie die ewig währende Nacht nicht länger, und schließlich stürzt der Mond, in zwei Teilen zerborsten, hernieder...
Verstört berichtet Damon den anderen, was er gesehen hat. Er ist sicher, dass es sich bei dem schwarz gekleideten Mann um den Gott des Todes Mirkul handelt, der vom Gott des Mordes, Baal, dessen Symbol das schwarze Schwert ist, ermordet wird – offensichtlich handelt seine Vision vom Untergang der Welt...
Meridia hingegen hat Fragen über ihre Kugel. Aya Vandra behauptet, sie habe schon lange vorhergesehen, dass sie kommen würden, schon als diese Kugel entstanden sei – also lange vor ihrer Geburt! Meridia küsst die Nymphe, und sie sieht Bilder aus der Sicht eines Kranichs, der über einem riesigen Waldlichtung schwebt, aus der eine mächtige, schwarze Stufenpyramide herausragt, mit vergoldeter Spitze, in der ein Kristall schwebt. Dann sieht sie ein anderes Bild, aus der gleichen Perspektive, in der eine aus gelbem Sandstein errichtete Stufenpyramide sich aus einer Steppenlandschaft erhebt, von der eine gelbe Ziegelsteinstraße fortführt – ähnlich der, auf der sie zum Dorf gelangt sind.
Als sie den anderen die Vision beschreibt, schließt Damon, dass es sich um das Reich Netheril gehandelt haben muss, das vor mehreren tausend Jahren unterging.
Auch Finn nähert sich zögernd der Nymphe und lässt sich küssen. Vor ihr schwebt eine große Gestalt mit durchscheinenden Flügeln – offenbar ein Engel!
Finn bekennt ihre Zweifel und ihre Ängste, der Herrin unwürdig, nicht gut genug zu sein. Der Engel ermahnt sie streng. Menschen machten Fehler. Doch sie sei stark, und die Herrin bedürfe starker Diener, denn der rote Stern, der sie zu beobachten schien, tue dies tatsächlich: er sei ein Diener der Widersacherin...
Finn fragt nach dem Ende der Welt, das Damon gesehen hat. - Dies sei nicht ihr Kampf. Sie werde selbst herausfinden, was ihre Aufgabe sei. Sie sei im Besitz der meisten Puzzleteile. Ihre Gefährten würden dafür sorgen, dass sie dorthin gelange, wo sie gebraucht würde.
Finn fragt, wie sie den Fluch durch den Bane Priester loswerden könne. - Dieser Mann sei sie. Sie müsse lernen, diese Seite in sich zu beherrschen, damit sie nicht von ihr beherrscht werde...
Finn ist zutiefst bestürzt über diese Nachricht.
Damon fragt die Nymphe nach den Dueregar, auf deren Spuren sie immer wieder gestoßen sind – wann diese zuletzt hier gewesen seien? Die Nymphe zeigt ein Bild des Sternenhimmels zu jener Zeit: vor etwa 850 Jahren...
Schließlich verabschieden sie sich von der Nymphe und wachen am nächsten Morgen erfrischt in ihren Betten auf...
Sie brechen auf, von den Dorfbewohnern freundlich verabschiedet. Unterwegs sprechen sie lange und ausführlich von ihren Visionen.
Finn versucht, während ihrer Meditationen dem Fremden in sich, Tumarin Driakov, auf die Spur zu kommen. Die anderen beobachten, wie sie mit sich selbst spricht, zum Teil in einem fremden Tonfall mit schwerem damaranischen Akzent. Sie selbst erinnert sich an Dinge, die sie nie erlebt haben kann.

Alle sind unkonzentriert und mit ihren Gedanken beschäftigt, so geschieht es, dass sie sich einige Male verirren und an die Grenzen ihrer Kräfte gelangen, besonders, als sie sich an den Aufstieg ins Gebirge machen, an dessen Fuß sie die Pferde, von denen eines an Erschöpfung gestorben ist, zurücklassen.
Sie steigen die Himmelsstiege empor. Sie haben die Schneegrenze bereits überschritten, als sie in eine Gebirgsklamm gelangen. Plötzlich stürzt eine Lawine über Boras hernieder, der gerade noch vermeiden kann, verschüttet zu werden. Dann werden sie von zwei riesenhaften, affenartigen Kreaturen angegriffen. Der Kampf ist heftig, und Meridia und Finn werden sehr schwer verletzt, doch Boras vermag sie vor dem Schlimmsten zu bewahren. Mit vereinten Kräften vermögen sie die Biester jedoch schließlich zu töten. 
 
Sie steigen weiter empor und gelangen zwischen zwei gewaltig emporragende Gipfel. Dazwischen weht ein gewaltiger Wirbelsturm, in dessen Zentrum sich einige umgestürzte Stelen befinden, die auf einer etwa 3 auf 3 Mannslängen großen Steinplatte kreuz und quer umgestürzt sind und einstmals einen Steinkreis gebildet haben müssen. Im Auge des Wirbels schwebt hoch über ihnen eine gewaltige, runde Steinplatte mit einem Schlitz in der Mitte!
Boras wird klar, dass dort oben der Ruheplatz von Thorains Gebeinen sein muss. Er stellt sich zwischen die Stelen und versucht sie von der Platte zu schieben, doch sie sind zu schwer. Schließlich bittet er seine Freunde um Hilfe. Sie stellen sich alle auf die Stelen und halten sich an den Händen, und Boras richtet ein Gebet an den Windschreiter. Symbole auf den Stelen leuchten bläulich auf. Boras versucht, seine Macht in die Monolithen zu leiten, doch reicht seine Kraft nicht aus. Dann hat er eine Vision – sein Gott fordert ein Opfer: eine Queste! Boras gelobt, zwei ebenso verdorbene Seelen zu finden, wie er selbst eine war, und sie auf den rechten Pfad zu führen, damit sie sein Werk fortführten! Damit scheint der Gott zufrieden: die Stelen richten sich auf und schweben nun in der Luft. Sie spüren, dass sie diese zu einem bestimmten Muster anordnen müssen – die gewaltigen Monolithen lassen sich nun mühelos verschieben. Als sie ein Muster aus zwei Quadraten und vier Dreiecken gebildet haben, leuchten die Stelen hell auf, und sie beginnen zu kreisen, immer schneller, und schweben empor. Auch die Platte, auf der sie stehen, wird empor gehoben, bis sie schließlich im Schlitz der runden Steinplatte hoch oben zum Stillstand kommt.
Auf der Platte befindet sich ein hoher Taufstein und ein steinerner Thron. Boras nimmt die Gebeine Thorains und arrangiert sie auf dem Thron, so dass Thorain eine sitzende Position einnimmt. Als es vollbracht ist, ruckt der Kopf Thorains nach vorne, als nicke er Boras anerkennend zu.
Hinter ihnen leuchtet ein helles Licht auf, und dort erscheint eine schöne Frau mit langem, hellem Haar in edlen blauen Gewändern, in der Boras verblüfft seine Herrin Sylune wiedererkennt.
Sie überreicht Boras das Schwert Wallebruoder – er habe seine Prüfung bestanden, und nun dürfe er auch den Namen Thorain wieder tragen.
Damon bittet darum, ihr die Hand küssen zu dürfen – Sylune ist eine der sieben Schwestern und eine der mächtigsten Magierinnen Faeruns.
Schließlich verabschiedet sie sich mit dem Hinweis, der Taufstein sei eine der wenigen Stätten Shaundakuls, von dem aus man an jeden beliebigen Ort reisen könne, sofern man ein klares Bild davon vor Augen habe.
Sie beschließen, in die Nähe von Meridias Kloster zu reisen – den Ort selbst kennt niemand, aber Finn weiß von einer Stelle an der alten Königsstraße, an der sie früher mit ihrem Onkel Rast gemacht hatte. Finn stellt sich den Ort genau vor, und sie sehen ihn vor ihren Füßen in der Tiefe. Sie halten sich an den Händen und machen einen Schritt. Sie haben nur kurz den Eindruck zu fallen, doch finden sie sich sicher auf der Erde wieder. Dann entdecken sie, dass Thorain nicht mitgekommen ist: Sie sehen seine Gestalt, doch unscharf und nebulös, er scheint sich zu ducken und zu kämpfen, und sein Gesicht wird wie durch einen Schwerthieb gespalten, dann ist er verschwunden...

EXP: je SC 1,600; Thorain 2,400
Skill Challenge (CR 5; 1,600); 2 Yetis (CR 7; 3,200); Rätsel von Thorains Ruh (CR 5; 1600)
Thorain: 800 Bonus EXP für seine persönliche Queste

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