Montag, 12. Dezember 2011

[Kapitel 1] Der schwarze Turm

19 Kythorn, Im Jahr der Harfe, 1355 n.T.

Sie erspähen von dem Wachturm aus einen etwa 20 Schritt hohen, spitz zulaufenden Felsen aus eigenartigem schwarzen Gestein, der das Licht zu schlucken scheint. Damon erinnert sich an eine Legende, wonach hier einst in einer finsteren Nacht die Dunkelzwerge aus dem Unterreich hervor gekommen sein sollen, um ein Massaker unter den Menschen anzurichten. Sie seien dann wieder verschwunden, mit der Ankündigung, dereinst wiederzukommen - hier und nirgends anders muss die Wohnstätte der Hexe sein...
Unterwegs stoßen sie auf eine Gruppe von fünf Gnollen, die von dem geflohenen Goblin als Verstärkung alarmiert wurden. Obwohl sie sich verstecken, vermag sie der Anführer offenbar zu wittern. Es gelingt ihnen jedoch, nach heftigem Kampf die Gnolle zu töten, wobei Finn und Thorain schwer verletzt werden.

Damon hält die Augen nach Magie auf und erspäht in einem Baum eine Fledermaus. Damon vermutet, dass sie das Vertrautentier der Hexe ist und als Wachtposten fungiert – leider entwischt sie ihnen: spätestens jetzt ist die Hexe also gewarnt...
Die Bäume in der Nähe des Felsen sind alle verkrüppelt und verdorrt. Von dem Felsen geht ein leises Summen aus, das an den Nerven zerrt. Damon stellt fest, dass seine Erkenntnismagie gestört wird – anscheinend von einer Strahlung aus dem Unterreich. Der Eingang in den Felsen ist von einem doppelflügligen Holztor verschlossen.
Von Innen hören sie Knurren und Geifern und eine keifende Stimme, die offenbar der Hexe gehört.
Thorain bricht das Tor auf. Drinnen ist es dunkel, doch ehe sie ein Licht machen können, sickert magische Finsternis heraus. Damon setzt eine donnernde Wolke auf gut Glück in die Dunkelheit, in der Hoffnung, die dort lauernden Gegner zu betäuben oder gar dazu zu bewegen, herauszukommen. Tatsächlich stürmt ein Tier heraus, das wie eine Mischung aus einer gewaltigen Hyäne und einem Bären aussieht.
Es kommt zum Kampf. Zwei weitere der Kreaturen dringen aus der Höhle. Es gelingt ihnen schließlich, alle drei zu töten, doch bis auf Damon sind alle schwer verwundet worden.

Meridia stützt sich erschöpft an der Wand des Felsens ab, doch als sie sie berührt, ist ihr, als werde sie von einer mächtigen Kraft durchströmt - sie ist jedoch überzeugt, dass diese nichts mit der Strahlung aus dem Unterreich oder der Hexe zu tun hat, es ist ihr vielmehr, als werde sie beim Namen gerufen...

Als der Dunkelheitszauber endet, wirkt Damon einen Lichtzauber und stürmt, ehe ihn jemand zurückhalten kann, in die Höhle hinein – die Hexe hat nur darauf gewartet und hüllt ihn und den größten Teil der Höhle in ein klebriges Netz, das die Gefährten mühsam mit einer Fackel abbrennen müssen, um sich einen Weg hindurch zu bahnen.
Über ihnen auf einem Sims stehen die Hexe mit ihren hölzernen Klauenhänden und ein Gnoll, der Wurfspieße auf sie schleudert. Obwohl fast alle verletzt werden, gelingt es ihnen schließlich mit vereinten Kräften, die Gegner zu besiegen - die Hexe reißt sich im Sterben mit ihren Klauen den Leib auf...

Sie untersuchen den Turm. An den Wänden sind Steintafeln angebracht: auf schwarzem Obsidian ist in sehr engen Zeilen eine Runenschrift eingraviert, auf den Tafeln aus grauem Granit sind Bilder von dem Massaker an den Dorfbewohnern eingemeißelt. Außerdem zeigen sie die Entstehung dieses Turms, den ein Zwergenmagier aus einem Stalagmiten aus dem Unterreich heraus wachsen ließ.
Auf der Suche nach der Quelle der Macht, die Meridia in dem Felsen wahrnimmt, folgen sie der Treppe nach unten, wo sie zahlreiche Hyänen in Käfigen sowie einen an die Wand gefesselten Mann finden. Sie befreien ihn; es handelt sich um einen Mann aus Eichenfels namens Ivar Wolden, der als Opfer für Malar ausersehen war.
Im Boden entdeckt Damon ein eingraviertes Muster, von dem er annimmt, dass es sich um ein magisches Portal handelt, das womöglich den Eingang zum Unterreich verschließt, zur Zeit jedoch ruht.
Die Treppe hoch stoßen sie auf eine an die Wand gekettete Hyäne, der man den Bauch aufgeschnitten und wieder zugenäht hat. Finn befreit das Tier und füttert es.
Ein gewundener Gang führt weiter nach oben, wo ein steinernes Tor von einem Zwergenkrieger aus Obsidian und einem aus grauem Granit bewacht wird - die Axtklinge des Obsidiankriegers ist mit Blut beschmiert! Als sie sich nähern, spricht die Obsidianstatue einen Satz, bei dem es sich offenbar um den Anfang eines Dueregar-Schlachtrufs handelt, wie Thorain dank einer gefundenen Schriftrolle verstehen kann: "Nieder mit dem bleichen Feind..."
Offenbar muss man den Satz vervollständigen, um durchgelassen zu werden.Thorain studiert nochmals die Platten des Eingangsbereichs, deren Inschrift er nun entziffern kann. Unter den Listen von Zwergenkriegern und ihren Heldentaten stößt er immer wieder auf zwei Sätze, die dazu zu passen scheinen. Damon gelingt es, anhand von Thorains Übersetzung der Steintafeln und dem von dem Obsidiankrieger gehörten Ausspruch abzuleiten, wie die Sätze vermutlich ausgesprochen werden müssen, überprüft von Thorain. Schließlich machen sie die Probe aufs Exempel und - werden tatsächlich durchgelassen!

Sie gelangen in einen kleinen Raum unterhalb der Spitze des Felsens, der dank zahlreicher schmaler Öffnungen in den Wänden einen weiten Blick über das Land bietet. Meridia spürt, dass die geheimnisvolle Macht, die sie mit ihrer eigenen Stimme zu rufen scheint, direkt über ihr sein muss! Sie zwängt sich durch eine der Öffnungen hinaus. In der abgebrochenen Spitze findet sie eine von wabernden Schlieren durchzogene Kristallkugel, die in ihrem eigenen Herzrhythmus zu pulsieren scheint. Bei ihrer Berührung löst sie sich aus dem Fels.

Dann erspähen sie in etwa einer Meile Entfernung eine Gruppe Gnolle, die sich rasch nähern...

EXP: pro SC 1.600
Gnolle im Wald (4 Gnolle CR 5, 1.600 und 1 Gnollführer CR 3, 800); 3 Dire Hyenas (CR 6, 2.400); 1 Gnollführer (CR 3, 800); Die Schwarze Hexe (CR 3, 800)