Freitag, 30. März 2012

[Kapitel 1] Drachen?!!

5-6 Flammruul, Im Jahr der Harfe, 1355 n.T., Selûne steht im dritten Viertel (Tag 16 nach Neumond)

Sie verlassen die Straße und reiten querfeldein durch die Hügel. Als sie schon beinahe die Burg Sturmholt umgebenden Wälder erreicht haben, erspäht Finn den Lindwurm – sein Reiter hält zweifellos Ausschau nach ihnen! Es gelingt ihnen nur mit großer Mühe, sich vor dem Untier und seinem Reiter zu verbergen und ungesehen weiterzukommen – eines der Pferde fällt jedoch dem Lindwurm zum Opfer.
Am nächsten Tag müssen sie einen Pass überqueren, wo sich eine alte Zollstation befindet, die von einigen Gnollen besetzt ist. Finn und Tara schleichen sich von hinten an das Gebäude an und dringen durch die zerstörten Dächer des Turms und der Scheune ein, während die anderen sich von der Straße her nähern wollen – Damon von einer Schar illusionärer Doppelgänger begleitet.
Als Finn zu schießen beginnt und der Wächter auf dem Wehrgang tödlich getroffen abstürzt, rennen Meridia, Boras und Damon los, doch unvermittelt hat Boras, der noch immer unter den Nachwirkungen des Blitzschlags leidet, eine Vision: er sieht sich durch das Tor der Zollstation stürmen und unter den Hieben der Gnolle fallen – ist dies ein Zeichen seines Gottes, dass diesmal der Weg der Gewalt nicht der seine sein soll? Während er zögert, verrammeln die Gnolle das Tor.
Meridia blockiert den obersten Treppenabsatz, wo sich ebenfalls der Zugang zum Turm befindet, mit einer Feuerkugel, ehe sie alle den Wehrgang erklettern. Boras stellt fest, dass die Gnolle ihre Angriffe auf die anderen konzentrieren, als ob sie ihn gar nicht wahrnähmen! Er beschränkt sich daher darauf, die anderen so gut es geht zu unterstützen, ohne selbst direkt anzugreifen.
Der Anführer der Gnolle brüllt Befehle und rennt zur Scheune, aus der er nach kurzer Zeit mit einem jungen Troll an einer Kette wieder auftaucht, den er die Treppe zum Wehrgang hinauf jagt; er selbst greift mit einer Hellebarde Damon an. Meridia versengt den Troll mit ihrem Flammenhänden und hin und her rollenden Feuerkugeln. Schließlich gelingt es ihnen mit vereinten Kräften, alle acht Gnolle und den Troll zu erledigen.
Finn ist schwer verletzt, ebenso Meridia, während Damon dank seiner Doppelgänger keinen Kratzer abbekommen hat. Boras kümmert sich um die Verletzten, während die anderen das Gebäude durchsuchen, wo sie einen weiteren Beutel roten Goldes finden. Es fällt ihnen auf, dass die Gnolle hier recht gute Ausrüstung besaßen.
Sie verlassen das Zollhaus so rasch wie möglich und suchen für die Nacht Unterschlupf in einer Höhle, wo sie Pläne für ihr weiteres Vorgehen schmieden...

EXP: je SC 1,500
Flucht vor dem Lindwurmreiter (Skill Challenge, CR4/1200); junger Troll (CR4/1200); 6 Gnoll-Krieger (CR 6/2400); H'rakk Truul, Gnoll-Leutnant (CR 4/1200)

Dienstag, 13. März 2012

[Kapitel 1] Thorains Rast

5 Flammruul, Im Jahr der Harfe, 1355 n.T.

Von Thorains Rast sind nur noch ein paar verwitterte Mauerreste zu erkennen. Der Boden ist hier auf einer Fläche von mehreren hundert Schritt eingebrochen, so dass er nun ein Tal bildet.
In der Mitte des „Tals“ ragt ein Felsüberhang in die Luft, der auf ähnliche Weise bearbeitet wurde wie die Wände im Grab des Karl Eisenhand und aus der selben Epoche zu stammen scheint. Unterhalb des Überhangs befindet sich ein breiter Riss, der in eine 5 Schritt tiefe Kaverne führt. Den dort lauernden riesenhaften Tausendfüßler spaltet Thorain mit einem einzigen Hieb.
Durch einen sehr schmalen, gewundenen Tunnel gelangen sie in einen eckigen Raum, an dessen hinterer Wand ein steinerner Sarkophag steht. In zwei Alkoven stehen primitiv gehauene Statuen. Dazwischen befindet sich ein Relief, das einen wandernden Mann mit Bart darstellt. An der Decke sind Wolken und spiralförmige Symbole eingeritzt. Plötzlich erwachen die Statuen zum Leben und greifen mit steinernen Fäusten an!
Es gelingt ihnen nur mit Mühe, die Statuen zu zerschmettern, besonders Thorain wird schwer verletzt.
Thorain ist überzeugt, dass er aus einem bestimmten Grund hierher geleitet wurde und es sich um einen dem Shaundakul heiligen Ort handeln muss. Sie untersuchen den Sarkophag und versuchen mit vereinten Kräften, den Deckel wegzuschieben, doch der rührt sich nicht von der Stelle. Da zieht Thorain seine Waffe: „Herr – dieses Hindernis muss weichen!“ und schlägt damit auf den Deckel ein.
Schlagartig verdüstert sich der steinerne Himmel über ihnen, der nun sehr real wirkt. Donnergrollen ertönt, die Wolken wirbeln durcheinander - dann zucken Blitze auf sie herab! Der Wandersmann auf dem Relief hat die Augen geschlossen und den Blick abgewandt.
Thorain drängt die anderen zur Flucht und kniet im Gebet vor dem Sarkophag nieder, als ein weiterer Blitz ihn niederstreckt...
Finn kehrt sofort um und schafft es gerade noch, ihn zu retten, er ist jedoch bewußtlos.
Das Gewitter verzieht sich, doch der Himmel an der Decke ist weiterhin bedeckt. Damon vollendet die von Thorain begonnene Wegmarke, um die erzürnte Gottheit zu beschwichtigen und legt als Zeichen des Respekts Wallebruoder auf den Sarkophag, doch das heilige Symbol an seinem Griff ist geschwärzt.
Da Thorain bewusstlos ist, beschließen sie, vorläufig hierzubleiben...

Gegen Abend kommt Thorain wieder zu sich, ist jedoch noch sehr schwach.
Ihnen fällt auf, dass in den Nischen, in denen die Steinstatuen standen, nun Bildnisse in die Wand geritzt sind, die ebenfalls Wandersmänner darstellen und die zuvor ganz sicher noch nicht da waren...
Thorain wirkt sehr bedrückt und in sich gekehrt. Schließlich räuspert er sich: er habe sie alle in Gefahr gebracht, das werde er sich nie vergeben...
Er schont sich nicht, er beichtet ihnen von dem Leben, das er früher geführt hat. Boras, wie er von nun an genannt werden will, da der Herr den Namen Thorain wieder zurückgenommen habe, ist nach wie vor überzeugt, dass er vom Windschreiter hierher geführt worden ist, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen...
Boras holt die Statuete des Windschreiters, die er in Eichenfels gefunden hat, heraus. Diese besteht offenbar aus dem gleichen Material wie die in die Wand eingelassene Bildtafel und ist in dem gleichen archaischen Stil gehalten. Damon stellt fest, dass man mit ihr einen Schatten erzeugen kann, der sich genau mit dem Bildnis deckt, wenn man sie genau über den Sarkophag auf halber Höhe zur Decke hält. Zwischen Boras Händen und der Statuette bilden sich kleine Nebelwolken, und er vermag die Statuette zwischen den Händen in der Luft schweben zu lassen.
Sie schlagen Boras vor, einen Gottesdienst zu halten, doch dieser zögert zunächst – da er in Ungnade gefallen ist, scheint er sich dessen nicht würdig zu fühlen. Schließlich jedoch stellt er sich genau vor den Sarkophag, läßt die Statuette schweben und spricht ein Gebet an den Windschreiter. Auf einmal durchweht ein Luftzug die Kammer, und die eingeritzten Wolken am Himmel bewegen sich!
In seinem Kopf vernimmt er die Stimmen der Engel aus seiner Vision – sie verlangen ein Opfer! Boras zieht Wallebruoder aus seiner Scheide, löst behutsam das angelaufene Symbol ab und steckt es ein, dann legt er das Schwert auf den Sarkophag. Da öffnen die eingeritzten Wanderer die Augen, Lichtstrahlen brechen aus ihnen hervor. Die Wolken am Himmel sind nun wieder sehr real, doch sie weichen zur Seite und Sonnenlicht fällt hindurch. Die Shaundakul-Darstellung an der Wand hat die Augen geöffnet, nickt – dann ist alles wieder wie zuvor, doch der Sarkophag ist von einem leuchtenden Rand umgeben, und Wallebruoder ist verschwunden.
Als Boras diesmal gegen den Deckel drückt, schwingt er ganz leicht nach oben. In den Deckel ist eine Karte eingraviert, die das Land um Sturmholt darstellt und auf der eine Stelle in den nördlichen Bergen markiert ist: "Thorains Ruh"...
Im Sarkophag liegt ein großer lederner Reisebeutel, in dem sich Gebeine befinden – offenbar ist seine Aufgabe, diese am bezeichneten Ort zur letzten Ruhe zu betten.
Vorsichtig hebt er den Beutel heraus und hängt ihn sich um. Als er nach seinem heiligen Symbol tastet, stellt er fest, dass es zur Hälfte wieder glänzend geworden ist...

Am nächsten Tag machen sie sich an den Aufstieg aus dem Kessel, als sie eines ihrer Pferde schrill wiehern hören – es wird von einem riesigen Adler mit roten Augen angegriffen! Finn gelingt es, das Biest mit einem Pfeil am nächsten Baum aufzuspießen,wo es einfach verpufft...
Dann hören sie einen schrillen Schrei über sich und erstarren – ein riesiges, schuppiges Ungeheuer mit einem dornenbewehrten Schwanz und mächtigen, ledrigen Flügeln, auf dem ein Mann reitet, ist urplötzlich über ihnen aufgetaucht!
Damon will einen Zauber wirken, doch der Mann schleudert seinerseits ein Säuregeschoss auf ihn. Trotzdem gelingt es Damon, den fremden Magier mit einer Donnerwolke zu betäuben. Finns Pfeile prallen wirkungslos ab, doch das Untier dreht ab und verschwindet Richtung Sturmholt...

EXP: je SC 700
2 Statuen (CR 5/1600); Rätsel um Thorains Rast (CR 4/1200)

Dienstag, 6. März 2012

[Kapitel 1] Ein Treffen am Kreuzpunkt

2-5 Flammruul, Im Jahr der Harfe, 1355 n.T.

Er liegt auf dem Rücken, Arme und Beine weit von sich gestreckt und atmet schwer aber tief. Zwei Reisende treten an ihn heran, beugen sich über ihn. 

Warum hast Du den Erwählten des Herren so erniedrigt und den Herrn erzürnt? 

Wie habe ich das getan? Hat nicht der Herr mich gesandt, hier ein Werkzeug zu finden, um in Sturmholt sein Werk zu tun? Hat er mir nicht deshalb den Traum eingegeben? Und dieses alte Bild, das meinen Namen trug und nun dieser Ort, der glückliche Wind. Der Herr ist stark hier und ich fühlte Ihn auf meiner Seite. Warum sonst hätte er mir den Arm stärken sollen gegen die Wächter dieses Grabes?

So willst Du Dich selbst durch Thorains Schändung erhöhen? Er war der erste, den der Herr auf Faerun erwählte. Strebst Du an seiner Rast nur nach mächtigen Werkzeugen, die Du nach Deinem Gutdünken einsetzen kannst? Hast Du denn keinen Respekt vor denen, die vor Dir gingen? 

Nein! Um meiner Seele willen, das wollte ich nicht! Aber all die Zeichen, die ich erhielt... 

... die Du gedeutet hast, wie es Dir einfiel? Es scheint als habest Du vergessen, was es heißt, eine Schützende Hand zu werden, Boras. 

Dieser Name! Das zweite Mal muss ich heute an Ihn denken... So lange hab ich nicht mehr an Boras gedacht. Seit der Herr mich bei meinem Namen gerufen hat. 

So hast Du denn nicht alles vergessen. Aber Du hast zu lange verdrängt, Boras! Wann hat Dich der Herr beim Namen Thorains gerufen, Boras? 


Das war ein wundersamer Tag... Ein lichter Tag an dem wir finsteres Werk taten. Gut zwei Jahre war ich da wohl bei den Bütteln der Zhentarim. Immer noch kaum aus dem Knabenalter erwachsen. Stark war ich schon damals. Und stolz auf die Macht, die mir meine Stärke über die Menschen gab, die wir unterdrückten. Schattental war kein schöner Ort. Die Herren Sylune war fort und ein jeder sah zu, wie er sich mit den neuen Herren anfreunden konnte. 

Ein jeder, Boras? 

Nein, da waren die Banden von Aufständischen, die umherzogen und hier und da ein wenig Ärger machten. Aber wir Büttel waren hinter Ihnen her... Unberechenbar sollten wir sein. Angst und Schrecken sollten wir verbreiten unter den Bauern, damit den Banden der Magen für die Brote und das Bier verging, die sie von den Bauern bekamen beim Anblick ihrer Leichen. Den meisten war das Schicksal der einfachen Leute aber egal. Viele Aufständische hatten nur Sorge um ihre eigene Freiheit oder waren auf der Flucht, weil sie selbst in Konflikt mit den Schwarzen gekommen waren. 

Aber einer war anders, nicht wahr? 

Dieser Händler... Ich weiß nicht, warum er es getan hat... Aber er war der Einzige in all den Jahren, der sich ohne Not, ohne Eigennutz und ohne Zögern zwischen uns und unsere Opfer stellte. Er war Ausländer, von der Schwertküste wohl. Er hatte nichts von uns zu befürchten. Handelsströme waren zu wichtig, um von unserem kleinen schmutzigen Krieg unterbrochen zu werden. Und trotzdem stellte er sich dazwischen. Einfach nur, weil er nicht mit dem Gedanken leben konnte, dass Unschuldige ihre Freiheit und ihr Leben verlieren sollten. Er wehrte sich kurz und starb. Aber sein Blick hat mich nicht mehr losgelassen... Mut ohne Hoffnung war in ihm und trotzdem keine Arroganz. 

Du hast in ihm einen Boten erkannt. Ein Bote, der das Werk des Herren tut und sich Unholden und Wegelagerern wie Du es einer warst in den Weg stellt. 

Ich konnte mit mir selbst nicht mehr  leben. Ich hätte den Gedanken nicht ertragen, dass dieser Mann umsonst gestorben wäre. 

Und so hast Du den Weg gefunden und der Herr hat Dich an seine Seite genommen und Du durftest ein Stück mit ihm gehen.

 Boras, hast Du Dein Ziel nicht mehr vor Augen? 

Ich dachte, ich hätte mein Ziel erkannt! Die Befreiung Sturmholts ist eine noble Aufgabe und die Straßen hier wären wieder sicher für die Menschen. 

Was war Dein Ziel in jenen Tagen da der Herr dich rief? 

Der Freiheit dienen und ihr Geltung verschaffen wo meine Schritte und der Wind des Herrn mich auch hintragen mögen. 

Und wie gedenkst Du hier der Freiheit zu dienen? 

Damon scheint ein aufrechter Mann. Er kann meinen starken Arm gut brauchen, wenn er das Land seiner Väter befreien will. 

Denkst Du nicht, der Herr hätte Ihm auch einen Krieger schicken können um das zu erreichen? 

Aber durch die Kraft die der Herr mir schenkt kann ich ein viel besseres Werkzeug seines Willens sein.

Kannst Du das, Boras? Oder siehst Du nicht eher in den Gaben des Herren ein Werkzeug für Dich, machst Dich selbst zu einem Werkzeug Deiner selbst, Deiner Ziele?  Ziele die Du Dir erwählt hast? Ziele, über die Du gestolpert bist? 

Tut Wallebruoder immer recht, Boras? 

Das waren die Worte der Herrin Sylune als Sie ihn mir gab:"Nimm dies Schwert als Gefährten. Aus lauterem Stahl ist er gemacht wie ein Werkzeug. Aber Hand in Hand mit Dir wird er über sich hinauswachsen wie ein guter Freund, der entschlossen an Deiner Seite steht." Wallebruoder ist mein Gefährte. Er geht mit mir wohin ich gehe. Hat das gleiche Ziel wie ich. Wenn ich Gutes tue, tut auch Wallebruoder Gutes.  

Und wann ist das? 

Wenn ich das rechte Ziel habe. Die Freiheit zu mehren. 

Das ist das Ziel. Warum hat der Herr uns über einer Karte beten gelehrt? 

Damit wir auf unseren Reisen durch die Welt nicht das Ziel aus den Augen verlieren. 

Und warum beten wir nicht über einem Wegweiser? 

Ein Wegweiser weist den Weg so wie ihn ein anderer gegangen ist. Wenn niemand je von gewiesenen Wegen abweicht, um zum Ziel zu gelangen, dann können wir nie Wege finden, die leichter fallen, die neue Aussichten bieten und die neue  Weggefährten bringen. Darum suchen wir den Herren auch abseits ausgetretener Pfade. Denn der Herr lehrt uns, "die Wege meiner Diener weben das Gewand der Freiheit." 

So sagst Du also der Weg mag nicht immer klar sein auch wenn Du glaubst das Ziel zu kennen? 

Der Glaube ist wie eine Karte, die uns hilft uns selbst zurecht zu finden. Der Herr ist uns Ziel, denn er ist Freiheit, aber den Weg müssen wir selbst finden. 

Und wir können fehlgehen. Und manchmal laufen wir doch auf ausgetretenen Pfaden. 

Was war Dein Weg als Du im Namen des Herrn unterwegs warst? 

Wir haben die Feinde der Freiheit bekämpft wo wir sie fanden, Wallebruoder und ich. Und wir sind bereit es weiter zu tun. 

Und wieder wird das Werkzeug zum Ziel… Boras, Wallebruoder hat Dir den Weg vorgegeben. Deiner war der Weg der Gewalt. 

Was wäre passiert, wenn Dir damals nicht der brave Händler Eldak, sondern Wallebruoder begegnet wäre? 

Ich wäre jetzt nicht hier… 

Und all das Gute das Thorain tat wäre ungeschehen. Die Gewalt ist ein Weg, Boras, aber nicht der einzige. 

Die Macht des Herrn ist ein Weg, Boras. Aber nicht der einzige. Weg und Ziel sind so wenig das Gleiche wie Werkzeug und Gefährte. Du kannst ein Werkzeug sein und Dich in die Hand eines anderen begeben oder Du kannst ein Weggefährte sein, der anderen zeigt was es heißt frei zu sein. War Boras frei? 

Nein. Ich war nicht frei. Ich habe gelernt, frei zu sein. Der Herr hat mir den Händler gezeigt und mir gezeigt, dass ich auszubrechen kann aus den Ketten die an mich gelegt waren. 

Weise Einsichten sind das. Und nun bist Du doch so blind geworden auf Deinem Weg, dass Du Deine Kraft und Gewalt sogar gegen den einsetzen wolltest, der dem Herren lieb und teuer ist. 

Aber die Statuen! Die Statuen half der Herr mir niederringen! 

Und die Statuen waren nur leere Hüllen. Nicht immer ist Gewalt ein falscher Weg. Diese wurden geschaffen von jenen, die Thorain bewunderten und sein Angedenken schützen wollten. Nun hat der Herr uns geschickt. Wir werden wachen über Thorain und Wallfahrer von Wegelagerern scheiden. 

Hat der Herr mich verstoßen? 

Nein. Dich heißt der Herr wieder lernen, was der Unterschied ist zwischen Weg und Ziel. Wisse, warum Johab  starb. Lerne den Unterschied zwischen Werkzeug und Weggefährtem. Begib Dich auf Reisen mit Wallebruoder und Deinen Gefährten. Tu was zu tun ist dort. Aber zunächst tu was zu tun ist hier. 

Dein Weg endet noch nicht.
ie setzen ihren Weg fort. Noch immer liegt er an der Straßenkreuzung, Arme und Beine ausgestreckt, doch sein Atem geht nun ruhig und entspannt. Eine Träne rinnt an seinem Gesicht hinab.