Dienstag, 13. März 2012

[Kapitel 1] Thorains Rast

5 Flammruul, Im Jahr der Harfe, 1355 n.T.

Von Thorains Rast sind nur noch ein paar verwitterte Mauerreste zu erkennen. Der Boden ist hier auf einer Fläche von mehreren hundert Schritt eingebrochen, so dass er nun ein Tal bildet.
In der Mitte des „Tals“ ragt ein Felsüberhang in die Luft, der auf ähnliche Weise bearbeitet wurde wie die Wände im Grab des Karl Eisenhand und aus der selben Epoche zu stammen scheint. Unterhalb des Überhangs befindet sich ein breiter Riss, der in eine 5 Schritt tiefe Kaverne führt. Den dort lauernden riesenhaften Tausendfüßler spaltet Thorain mit einem einzigen Hieb.
Durch einen sehr schmalen, gewundenen Tunnel gelangen sie in einen eckigen Raum, an dessen hinterer Wand ein steinerner Sarkophag steht. In zwei Alkoven stehen primitiv gehauene Statuen. Dazwischen befindet sich ein Relief, das einen wandernden Mann mit Bart darstellt. An der Decke sind Wolken und spiralförmige Symbole eingeritzt. Plötzlich erwachen die Statuen zum Leben und greifen mit steinernen Fäusten an!
Es gelingt ihnen nur mit Mühe, die Statuen zu zerschmettern, besonders Thorain wird schwer verletzt.
Thorain ist überzeugt, dass er aus einem bestimmten Grund hierher geleitet wurde und es sich um einen dem Shaundakul heiligen Ort handeln muss. Sie untersuchen den Sarkophag und versuchen mit vereinten Kräften, den Deckel wegzuschieben, doch der rührt sich nicht von der Stelle. Da zieht Thorain seine Waffe: „Herr – dieses Hindernis muss weichen!“ und schlägt damit auf den Deckel ein.
Schlagartig verdüstert sich der steinerne Himmel über ihnen, der nun sehr real wirkt. Donnergrollen ertönt, die Wolken wirbeln durcheinander - dann zucken Blitze auf sie herab! Der Wandersmann auf dem Relief hat die Augen geschlossen und den Blick abgewandt.
Thorain drängt die anderen zur Flucht und kniet im Gebet vor dem Sarkophag nieder, als ein weiterer Blitz ihn niederstreckt...
Finn kehrt sofort um und schafft es gerade noch, ihn zu retten, er ist jedoch bewußtlos.
Das Gewitter verzieht sich, doch der Himmel an der Decke ist weiterhin bedeckt. Damon vollendet die von Thorain begonnene Wegmarke, um die erzürnte Gottheit zu beschwichtigen und legt als Zeichen des Respekts Wallebruoder auf den Sarkophag, doch das heilige Symbol an seinem Griff ist geschwärzt.
Da Thorain bewusstlos ist, beschließen sie, vorläufig hierzubleiben...

Gegen Abend kommt Thorain wieder zu sich, ist jedoch noch sehr schwach.
Ihnen fällt auf, dass in den Nischen, in denen die Steinstatuen standen, nun Bildnisse in die Wand geritzt sind, die ebenfalls Wandersmänner darstellen und die zuvor ganz sicher noch nicht da waren...
Thorain wirkt sehr bedrückt und in sich gekehrt. Schließlich räuspert er sich: er habe sie alle in Gefahr gebracht, das werde er sich nie vergeben...
Er schont sich nicht, er beichtet ihnen von dem Leben, das er früher geführt hat. Boras, wie er von nun an genannt werden will, da der Herr den Namen Thorain wieder zurückgenommen habe, ist nach wie vor überzeugt, dass er vom Windschreiter hierher geführt worden ist, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen...
Boras holt die Statuete des Windschreiters, die er in Eichenfels gefunden hat, heraus. Diese besteht offenbar aus dem gleichen Material wie die in die Wand eingelassene Bildtafel und ist in dem gleichen archaischen Stil gehalten. Damon stellt fest, dass man mit ihr einen Schatten erzeugen kann, der sich genau mit dem Bildnis deckt, wenn man sie genau über den Sarkophag auf halber Höhe zur Decke hält. Zwischen Boras Händen und der Statuette bilden sich kleine Nebelwolken, und er vermag die Statuette zwischen den Händen in der Luft schweben zu lassen.
Sie schlagen Boras vor, einen Gottesdienst zu halten, doch dieser zögert zunächst – da er in Ungnade gefallen ist, scheint er sich dessen nicht würdig zu fühlen. Schließlich jedoch stellt er sich genau vor den Sarkophag, läßt die Statuette schweben und spricht ein Gebet an den Windschreiter. Auf einmal durchweht ein Luftzug die Kammer, und die eingeritzten Wolken am Himmel bewegen sich!
In seinem Kopf vernimmt er die Stimmen der Engel aus seiner Vision – sie verlangen ein Opfer! Boras zieht Wallebruoder aus seiner Scheide, löst behutsam das angelaufene Symbol ab und steckt es ein, dann legt er das Schwert auf den Sarkophag. Da öffnen die eingeritzten Wanderer die Augen, Lichtstrahlen brechen aus ihnen hervor. Die Wolken am Himmel sind nun wieder sehr real, doch sie weichen zur Seite und Sonnenlicht fällt hindurch. Die Shaundakul-Darstellung an der Wand hat die Augen geöffnet, nickt – dann ist alles wieder wie zuvor, doch der Sarkophag ist von einem leuchtenden Rand umgeben, und Wallebruoder ist verschwunden.
Als Boras diesmal gegen den Deckel drückt, schwingt er ganz leicht nach oben. In den Deckel ist eine Karte eingraviert, die das Land um Sturmholt darstellt und auf der eine Stelle in den nördlichen Bergen markiert ist: "Thorains Ruh"...
Im Sarkophag liegt ein großer lederner Reisebeutel, in dem sich Gebeine befinden – offenbar ist seine Aufgabe, diese am bezeichneten Ort zur letzten Ruhe zu betten.
Vorsichtig hebt er den Beutel heraus und hängt ihn sich um. Als er nach seinem heiligen Symbol tastet, stellt er fest, dass es zur Hälfte wieder glänzend geworden ist...

Am nächsten Tag machen sie sich an den Aufstieg aus dem Kessel, als sie eines ihrer Pferde schrill wiehern hören – es wird von einem riesigen Adler mit roten Augen angegriffen! Finn gelingt es, das Biest mit einem Pfeil am nächsten Baum aufzuspießen,wo es einfach verpufft...
Dann hören sie einen schrillen Schrei über sich und erstarren – ein riesiges, schuppiges Ungeheuer mit einem dornenbewehrten Schwanz und mächtigen, ledrigen Flügeln, auf dem ein Mann reitet, ist urplötzlich über ihnen aufgetaucht!
Damon will einen Zauber wirken, doch der Mann schleudert seinerseits ein Säuregeschoss auf ihn. Trotzdem gelingt es Damon, den fremden Magier mit einer Donnerwolke zu betäuben. Finns Pfeile prallen wirkungslos ab, doch das Untier dreht ab und verschwindet Richtung Sturmholt...

EXP: je SC 700
2 Statuen (CR 5/1600); Rätsel um Thorains Rast (CR 4/1200)

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