aus den Aufzeichnungen des Godefroi von Donnerstein
2 Kythorn, Im Jahr der Harfe, 1355 n.T.
Nach erholsamer Nacht brachen die Gefährten meines Herrn alsdann erneut zur unheiligen Stätte auf, um die Spuren der finsteren Kultisten zu verfolgen. Doch wie erstaunt waren sie, als sie im Haus der unseligen Hebamme Stimmen und fremde Geräusche vernahmen. Heimlich und ohne sich erkennen zu geben drangen sie auf leisen Sohlen in die Heimstatt der Engelsmacherin ein und überraschten zwei Diener der Schmerzensherrin, den unheilvollen Höllenreiter Bilger und den feisten Malthus, den Leibschergen der Fionna Ameirill. Ein blutiger Kampf entbrannte da in den Zimmern der Hebamme und dem Zaubermeister aus den Wüsten des Südens erging es schlecht, als der Malthus ihn in seine Arme schloss und ihn dem Tode nahe brachte. Die Dame Adeliz aber sandte tödliche Pfeile nach den Schuften und Johab nahm das Leid der Gefährten auf sich, so dass sein Leib von blutigen Malen bald vollends übersäht war. Nur durch das Opfer des barmherzigen Geweihten wurde des Zauberers Leben geschont. In die Ecke gedrängt durch die zerstörerische Macht der Magie und die Pfeile der Sängerin schwer bedrängt enfleuchte der feige Höllenreiter in den Freitod und entging so seines gerechten Urteils im Namen des Herrn der Gerechtigkeit. Auch den Malthus überwältigten die Heroen schließlich und banden ihn mit festem Seil.
Nach kurzer Rast brach Damon aus dem Hause der Mondeval auf, um eine Unterredung mit der Tröstenden Hand zu führen, während sich die Heroen um ihre Wunden sorgten. Und der huldvolle Johab von den Blutenden Auen sorgte sich auch um den vollen Leib des Malthus. Als der Magier dann gemeinsam mit meinem Herrn von der Bastion der Barmherzigen Dreieinigkeit zurück zur finsteren Stätte kam, waren sie blind für die Gefahr, der sie sich aussetzten. Und so begingen die Gefährten aber einen sträflichen Fehler und sie ließen den gebundenen Schergen allein zurück an der Stelle, wo sie ihn gefunden hatten. Denn sie hatten nicht bemerkt, dass Malthus und Bilger nicht allein waren, sondern dass der wieselgesichtige Bran im Versteck sich barg und der Gefährten jedes Tun genau beobachtete. Und so entging es dem Bran nicht, dass man sich entschloss, ohne einen Posten zurück zu lassen, den Keller der Hebamme weiter zu erforschen.
Unten fanden die Arglosen auch Tara Blutherz, die den Raum des finsteren Altars begutachtete. Als man aber alle beisammen stand in den Kellern des Hauses der Schreie vernahmen die Gefährten Geräusche aus dem Kreißsaal über ihnen und voller Schrecken hörten sie die schwere Falltür ins Schloss fallen und fanden sich eingeschlossen. Jegliche Versuche, die Tür durch die Kraft des Leibes zu sprengen waren erfolglos und mein Herr beschloss, den Weg unter der Stadt zu suchen. Und so ging es durch die alten Kanalwege wieder ans Licht des Tages. Und als sie an der Hebamme Wohnstatt gelangten, fanden sie sie leer und ihren Gefangenen geflohen mit der Hilfe des Bran.
Doch wie ein Bluthund setzte sich Johab auf die Spur der Unseligen und folgten ihnen durch die gesamte Stadt. Die Spur führte sie zum Schwarzen Einhorn, der Herberge der Fionna Ameirill. Nach kurzem Ratschluss entschied man sich zum Angriff auf den Hort der Sünde und darinnen entbrannte ein blutiger Kampf zwischen Tischen, Stühlen und schweren hölzernen Tragsäulen. Mit Armbrüsten bewehrte Schützen zielten auf die Gefährten und mein Herr sah sich im Kampf gegen drei Gewappnete. Die Schlacht wogte hin und her und mein Herr ließ viel Blut auf dem Feld der Ehre. Doch die Kräfte der Gefährten schwanden und aus verborgenen Räumen kamen auch der wieselgesichtige Bran und der - von seinen Schrunden nahezu vollständig genesene Malthus, um sich in den Kampf zu stürzen. Da sahen sich mein Herr und seine Begleiter einer schweren Entscheidung gegenüber: sollten sie fliehen vor dem Feinde oder die blutige Niederlage riskieren? Doch bevor sie einen Beschluss fassen mussten, erhielten die Helden Verstärkung von Tara, die schattengleich und still durch ein Fenster in die Herberge eingedrungen war, und den vier Tormgeweihten um den Baldur von den Weißen Höhen.
Und so, verstärkt durch die furchtlosen Mannen und die Schattenwandlerin fassten die Gefährten meines Herrn neuen Mut und der Kampf erbrannte erneut. Die Feinde wurden durch die Geharnischten Fäuste des Torm zurückgeworfen und auch der wieselgesichtige Schurke, der sich Tara in den Weg gestellt hatte, floh feige aus dem Kampfe und verkroch sich hinter dem Tresen. Bald schon wendete sich so das Blatt und die Feinde fielen vor den wirbelnden Klingen wie die Blätter im Herbst. Und es wird überliefert, dass der Geweihte des Ilmater für einen jeden von ihnen eine Träne vergoss, denn auch das Leid des Sünders schmerzte das Innerste seiner guten Seele. Schon bald waren die Schergen dank der Übermacht der Heerscharen des Guten überwältigt und die Gefährten drängten tiefer in den gewaltigen Bau jenes alten Festungsturmes, der nun einem wüsten Schlachtfelde glich.
Doch wie sie die Stufen der Treppen erreicht hatten, mussten sie sich zunächst zweier Schützen erwehren, die jedoch schnell unter dem gerechten Zorn der Helden fielen. Und so brachen die Gefährten die Türen auf zur Kammer der Fionna Ameirill und darinnen tobte alsbald eine blutige Schlacht, die erst endete als die Ameirill den Tod fand. Ein singender Pfeil durchbohrte ihren Hals und löschte ihr Lebenslicht aus, nachdem sie dem Tode zuvor bereits zwei mal entronnen war. Doch der Zoll, den die Scharen des Guten entrichten mussten, war hoch. Tara lag im Blute, ebenso wie mein Herr und nahezu alle Geweihten des Torm waren im ehrenvollen Kampfe gefallen. Einzig der Liebe des Leidensträgers war es gedankt, dass mein Herr noch unter den Lebenden weilte, denn durch seinen Diener spendete Ilmater Trost und heilenden Segen. Und so waren mein Herr und seine Gefährten siegreich in diesem Kampf, der als die Schlacht der Dreieinigkeit in die Annalen der Stadt Elturel eingegangen war.
EXP: pro SC 1.550
Kampf gegen Malthus und den Höllenreiter Bilger: Kampf gegen Malthus und Bilger (CR 3.5, 1.000); im Schwarzen Einhorn: Malthus und Wiesel (CR 3.5, 1.000), Armbrustschützen (je CR 0.5, 400), 3 Fußsoldaten (je CR 1, 1.200), Urius, Tobriand und Ghilt Donders (je CR 2, 1.800), Fionna Ameirill (CR 3, 800)
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